Häufig gestellte Fragen zu Holzfaserdämmungen
Hier finden Sie eine Auswahl an häufig gestellten Fragen zu unseren Produkten und unserer Antworten. Sollten Sie weitere Fragen haben zögern Sie nicht und schreiben Sie uns über unser Anfrageformular.
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Holzfaserdämmung ist ein ökologischer Dämmstoff aus überwiegend nicht sägefähigem Nadelholz bzw. Restholz der Sägeindustrie. Das Holz wird zu feinen Fasern zerrieben, erhitzt und anschließend zu Platten, Matten oder loser Einblasdämmung verarbeitet. Die holzeigenen Bindestoffe wie Harze und Lignin sorgen dabei häufig ganz ohne synthetische Zusatzstoffe für Stabilität.
Holzfaserdämmstoffe gibt es als starre Platten für Fassaden, Dächer und als Putzträger im WDVS, als flexible Matten für Zwischensparren- und Innendämmung sowie als lose Einblasdämmung (Flocken) für Hohlräume, Zwischendecken und unregelmäßige Bauteile.
Die Wärmeleitfähigkeit (λ-Wert) von Holzfaserdämmstoffen liegt je nach Produktart zwischen 0,039 und 0,045 W/(m·K), teils auch etwas darüber. Damit gehört Holzfaser zwar nicht zur absoluten Spitzengruppe der Dämmstoffe, erfüllt aber problemlos die Anforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung.
Entscheidend ist hier nicht der λ-Wert, sondern die Rohdichte und spezifische Wärmespeicherkapazität. Diese liegt bei Holzfaserdämmstoffen bei rund 2.100 J/kgK. Die Dämmung nimmt tagsüber Wärme auf und gibt sie erst zeitverzögert – meist abends – wieder ab. So bleiben Dachgeschosse und Wohnräume auch an heißen Tagen deutlich länger kühl als bei leichteren Dämmstoffen.
Lose Einblasdämmung liegt bei ca. 30–45 kg/m³, Matten bei ca. 40–55 kg/m³ und Platten bei ca. 110–270 kg/m³.
Holzfaserdämmstoffe werden nach DIN 4102 in die Baustoffklasse B2 (normal entflammbar) bzw. nach europäischer Norm in Euroklasse E eingestuft. Das klingt zunächst unspektakulär, in der Praxis zeigt sich jedoch: Holz brennt kontrolliert und langsam ab, tropft nicht und erzeugt kaum giftige Rauchgase – ein klarer Vorteil gegenüber vielen erdölbasierten Hartschaumdämmstoffen gerade in der frühen Brandphase. Manche Holzfaser-WDVS-Systeme erreichen inzwischen sogar die bessere Klassifizierung B-s1,d0.
Ja. Holzfaser kann Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und wieder abgeben. Das wirkt Schimmelbildung entgegen und trägt zu einem angenehmen, ausgeglichenen Raumklima bei.
Aufgrund ihrer porösen Struktur und der vergleichsweise hohen Rohdichte gelten Holzfaserdämmstoffe als sehr gute Schalldämmer – sowohl bei Luftschall als auch, in druckstabiler Plattenform, als Trittschalldämmung.
Zu den klassischen Einsatzbereichen zählen die Dachdämmung (Zwischensparren-, Aufsparren- oder Untersparrendämmung), die Fassadendämmung im Wärmedämmverbundsystem (WDVS), die Innendämmung bei denkmalgeschützten oder schwer von außen zu dämmenden Gebäuden, Zwischendecken und Trittschalldämmung sowie die Einblasdämmung für Hohlräume in Holzständerwänden.
Ja, besonders die diffusionsoffenen Eigenschaften machen Holzfaser attraktiv für die Sanierung von Bestandsgebäuden, da Feuchtigkeit im Mauerwerk besser abtransportiert werden kann als bei diffusionsdichten Dämmstoffen.
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der während seines Wachstums CO₂ bindet – dieses bleibt auch nach der Verarbeitung zu Dämmstoff im Material gespeichert. Zudem stammt das verwendete Holz häufig aus Rest- oder Schwachholz, das ansonsten nur eingeschränkt verwertbar wäre.
Weitgehend ja – insbesondere unbehandelte oder gering additivierte Produkte lassen sich am Lebensende leichter entsorgen als viele synthetische Dämmstoffe, teils sogar kompostieren.
Holzfaserdämmung liegt in der Anschaffung meist über konventionellen Dämmstoffen wie Mineralwolle oder EPS. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet – inklusive einfacherer Entsorgung – relativiert sich dieser Mehrpreis jedoch häufig.
Platten lassen sich mit gängigen Werkzeugen wie einer Säge einfach zuschneiden. Durch umlaufende Nut-und-Feder-Systeme entstehen bei der Montage keine Wärmebrücken oder Fugen.
Ökologische Dämmstoffe wie Holzfaser können im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig sein, sofern bestimmte Dämmwerte erreicht werden. Die konkreten Voraussetzungen sollten individuell mit einem Energieberater geprüft werden.